Sabine-Gleichung
Die grundlegende Gleichung, die die Nachhallzeit mit dem Raumvolumen und der Gesamtabsorption in Beziehung setzt.
Die Sabine-Gleichung, in den späten 1890er Jahren von Wallace Clement Sabine entwickelt, war die erste mathematische Formel zur Vorhersage der Nachhallzeit. Sie bleibt das Fundament der raumakustischen Planung.
Die Gleichung besagt, dass die Nachhallzeit proportional zum Raumvolumen und umgekehrt proportional zur Gesamtabsorption ist. Das ist intuitiv nachvollziehbar: Größere Räume brauchen länger zum Abklingen, und mehr Absorption beschleunigt das Abklingen.
Die Konstante 0,161 (oder 0,049 in imperialen Einheiten) wurde von Sabine empirisch durch umfangreiche Messungen bestimmt. Sie berücksichtigt die Schallgeschwindigkeit und die statistische Natur des Schallabklingens.
Einschränkungen der Sabine-Gleichung: • Setzt eine gleichmäßige Absorptionsverteilung voraus (oft nicht zutreffend) • Weniger genau für stark absorbierende Räume (die Eyring-Gleichung ist besser) • Setzt ein diffuses Schallfeld voraus (in kleinen Räumen problematisch) • Ignoriert die Luftabsorption (in großen Räumen bei hohen Frequenzen erheblich)
Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Sabine-Gleichung unverzichtbar für erste akustische Auslegungsberechnungen und für das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Raumparametern.
Formula
RT60 = 0.161 × V / A- RT60 = Nachhallzeit (seconds)
- 0.161 = Sabine-Konstante (s/m (metric))
- V = Raumvolumen (m³)
- A = Gesamtabsorption (Sabins (m²))
Practical Example
Ziel-RT60 = 0,4 s in einem 100 m³ großen Raum
A = 0,161 × 100 / 0,4 = 40,25 Sabins erforderlichSie benötigen 40 Sabins Absorption. Wenn Wände im Durchschnitt α = 0,1 aufweisen (etwa 14 Sabins), benötigen Sie ~26 Sabins aus der Behandlung.
Standards: ISO 3382-1, ISO 3382-2
Related Terms
RT60 · Absorptionskoeffizient
Glossar ·
Diffusor-Designer
ResonAia is an interactive acoustic design application. Enable JavaScript for the full experience, or follow the links above to explore the platform.